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Europa / Island 2022 NEU

Unbeschreiblich! – Iceland’s Süden #5

13. – 17. Juni 2022

Im Süden hoffen wir auf besseres Wetter, zurecht! Die Bergkuppe auf 532m vor Melshorn hüllt uns noch mit Nebel ein, der extrem sichtraubend alle Konzentration erfordert. Am nächsten Tag fahren wir hinaus, am schönen Fjord Berufjördur hat die Sonne schon die Oberhand. Djupivogur ist ein kleines Dorf, deren Besonderheit „Egginn í Gelðivík“ sind. 34 Vogeleier aus Stein, aufgestellt an einem eher unattrakiven Platz im Hafen.

Wir bestaunen und begreifen die naturgetreu nachgemachten, überdimensionalen Kunstwerke, besuchen noch einen skurillen Mineralien- und Knochen-Liebhaber mit einem Sammelsurium an Kuriositäten und vertschüßen uns.

Es beginnt ein wunderschöner Küstenabschnitt mit vorgelagerten Schotterbänken und einer Vogelvielfalt, die länger zum Verweilen und Betrachten einlädt. In Hvalnes marschieren wir am schwarzen Lavastrand, bewundern die adretten Eiderenten und die Vegetation, die hier auf magerem Grund dennoch hübsche Blüten hervorbringt.

Die Eiderenten amüsieren uns mit ihrem Balzverhalten

Dann zieht es uns in die Berge, die bei Stafafell – auf der östlichen Seite des Flusses Jökulsá í Lóni – sehr unterschiedliche Färbungen haben. Das Rhyolithgestein in dieser Gegend ist besonders bunt und farbenfroh.

Wir fahren auf einer Piste ein paar Kilometer in das ausnehmend schöne Tal, dann noch ein gutes Stück hoch, bis der Pfad für uns recht eng und steil wird und im Nirwana endet.

Da oben genießen wir die Aussicht, machen Picknick und fahren wieder raus um auf der anderen Seite unser Glück zu versuchen.

Das ambitionierte Ziel wäre Lónsoræfi – auf der F 980 zu erreichen. Das Tal auf der Westseite ist völlig anders, grasgrün mit lieblich anmutenden „Almen“.

Wären hier nicht lauter Schafe anstatt Kühe, möchten wir glauben wir wären im Lungau auf einer Hochalm.

Hier ist die Piste etwas rauh und rumpelig, z.T. auch heftig steil auf und ab, also wie für uns gemacht. Unsere erste Furt – ist sie auch noch so harmlos – läßt Jubel aufkommen, schon wieder „happy hour“ und das den ganzen Tag.

Bei der großen Furt ist leider Schluss für uns. Der Jökulsá í Lóni führt noch heftig viel Schmelzwasser, er ist tief und reißend. Als wir sehen, dass die Einheimischen ihre Schafe von dem PickUp auf einen großen Unimog umladen, um sie auf die andere Seite zu bringen wissen wir, das geht sich nicht aus für uns – falls wir das nicht vorher schon gewusst haben. Aber bedauert haben wir es schon.

Also rumpeln wir wieder hinaus, mit vielen Eindrücken und Erlebnissen reicher.
Stokksnes ist ein Pflichtstopp, außerdem brauchen wir einen Nachtplatz. Am Fuße des 747m hohen Vesturhorn finden wir ihn auch und am nächsten Tag besichtigen wir ein altes Wikingerdorf, es diente auch als Filmkulisse.

Wir wandern noch ein Stück in der wirklich traumhaften Kulisse herum, der feine, schwarze Lavasand gibt einen guten Kontrast zu grünem Gras und blauem Meer.

Höfn ist einen Katzensprung weit entfernt, in der „Lobster town“ müssen wir natürlich die berühmte Hummer Suppe essen. Das Lokal ist gemütlich, das Personal freundlich, die Suppe himmlisch und Fish ’n‘ Chips die Draufgabe zum Sattwerden. Dazu isländisches Bier – na geht’s uns gut !!!

Jetzt sind wir gestärkt für die Fahrt bzw. Wanderung zur Gletscherzunge Fláajökul. Eine Schotterpiste bringt uns zum Ausgangspunkt, ein kleiner Marsch, dann stehen wir vor einem der vielen Ausläufer des großen Vatnajökul.

Da bleibt uns der Mund offen, so theatralisch schön haben wir uns das gar nicht vorgestellt. Die Dimension kann man erahnen, wenn man den Wolfgang ganz unten – fotografierend – vor der Gletscherlagune stehen sieht.

Die Sonne traut sich hervor und macht dramatische Wolkenstimmungen, wir stehen lange Zeit ergriffen vor dem Naturschauspiel.

Dann geht’s wieder hinaus, vorbei an unendlich vielen und riesigen Lupinienfeldern, die der Landschaft etwas Bezauberndes verleihen. Trotz schwarzer Wolkentürme.

Die F 985 ist schon befahrbar, daher starten wir am nächsten Tag gleich los. Ca. 40 km westl. von Höfn ist der Abzweig zum Skálafellsjökull – eine weitere Gletscherzunge vom Vatnajökul. Die anfgangs gute Schotterpiste führt uns gleich hoch hinaus, eine herrliche Seeenlandschaft liegt noch im Sonnenlicht.

Aber bald hüllt uns dichter Nebel ein, die Hoffnung, dass es weiter oben besser wird, lässt uns weiterfahren. Die Piste gebärdet sich wie isländisches Wetter, mal gut, mal schlecht, mal rauh und ruppig, dann wieder besser aber immer unberechenbar.

Es geht steil und rutschig bergauf, die Sicht gleich null, wir kämpfen tapfer weiter, 17 Kilometer lang. Am Ender der Piste empfängt uns ein Schneefeld-Rest, Rudi versucht seinen Toyo da durchzujagen, am letzten Meter drehen die Reifen durch.

Alles kein Problem, der Große zieht den Kleinen raus und wir hatten unseren Spaß!

Weil sich uns der Gletscher nur ansatzweise zeigt, tasten wir uns wieder hinunter…

…bis die Sonne vom Himmel lacht – oder uns auslacht – aber für uns ein wunderbares, warmes Mittagsrast-Platzerl bereistellt.

Ein Stück Ringstraße müssen wir noch nehmen, bis wir beim Diamond Beach ankommen. Auch wenn ich schon hunderte Bilder von dem Phänomen gesehen habe, beim Anblick der türkisblauen Eisblöcke die da ganz bedächtig ins Meer schwimmen, bleibt einem die Spache weg – oder die Spucke – oder beides! So schön, so riesig, das kann kein Bild vermitteln.

Der Vatnajökull mit einer Fläche von etwa 8.100 Quadratkilometern (der größte in Europa) schickt die riesigen Eisklötze auf die Reise ins Meer, wo sie langsam, aber sehr fotogen dahinschmelzen. Er birgt unter seinem Eis auch den höchsten Gipfel in Island, der Hvannadalshnjúkur ist 2.200 Meter hoch. Er verbirgt auch einige der aktivsten Vulkane des Landes. Das macht ehrfürchtig und nachdenklich – oder auch ein wenig ängstlich?

Obwohl wir uns eigentlich vorgenommen haben, eine Kayaking Tour zu den Eisriesenblöcken zu machen, haben wir jetzt keine Lust dazu. Natürlich läuft hier die Tourismusmaschinerie auf Hochtouren, das ist dann doch nichts für uns, obwohl sich der Andrang sehr in Grenzen hält. Nicht auszudenken zur Hochsaison.

Wir wandern herum, beobachten die Vögel, für die die Eisklötze Lande- und Startbahn sind, oder einfach ein guter Rastplatz. Auch Robben tauchen immer wieder auf und zeigen ihre Schwimmkünste. Dabei lassen wir es, wir sind sowieso schwer beeindruckt.

Mit diesen Bildern verabschieden wir uns vorerst, wir bleiben noch ein wenig im Süden, besuchen natürlich Reykjavik und machen uns auf zu den Westfjorden. Dort wartet ein spannendes Offroad-Abenteuer auf uns – ein Härtetest für den Toyo (und meine Nerven!) das alles in einer sensationell schönen Landschaft.

Also, stay tuned!!!

PS: Sind mittlerweile im Hochland, wo die F- Pisten peu á peu aufmachen. Allerdings bläst weiterhin eisig kalter Nordwind, der ab und an auch Regen mitbringt, d.h. in den Bergen gibt’s Neuschnee 🙁

2 Kommentare

  • Zinz
    1. Juli 2022 at 9:52

    Weiterhin gute Reise für alle! Und erfreue uns weiter mit den tollen Bildern und Reisebericht.

    Antworten
  • Günter Klar
    29. Juni 2022 at 17:35

    Da habt ihre einiges erlebt. Mit dem Wohnmobil habt ihr auch die notwendige Flexibilität. Wir haben keines und es ist zu spät für einen Einstieg ins wohnmobile Zeitalter. Mich zieht es nach wie vor eher in den teuer gewordenen Süden. Aber gerne verfolge ich eure Berichte.

    Antworten

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