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Europa / Island 2022 NEU

Die Schafsinseln! #3

Eigentlich sollte der nächste Beitrag schon von Island sein, aber der Vollständigkeit halber möchte ich noch die letzten Tage auf den Färöer dokumentieren. Wir hatten wunderbare Tage bei herrlichstem Wetter hier. Das ist wohl ein großer Glücksfall.

Die „Raue Schönheit im Atlantik“ zeigt sich uns beinahe sanftmütig, bilderbuchartig mit vielen Motiven die von Reiseprospekten stammen könnten und für uns sehr eindrücklich sind.
Auf den Färöern gibt es nichts außer Gras und Schafe, habe ich einmal wo gelesen. Gefühlt stimmt das auch. Zu dieser Zeit erwacht die Natur, kleine violette Blütenpolster geben einen hübschen Farbtupfer zum saftigen grün. Auch in der Tierwelt erblüht neues Leben, jedes Mama Mähh hat mindestens 1 Baby Bähh, bähh… manche auch zwei oder drei, die hübsch und wohlgenährt den „Rasen mähen“ und natürlich auch für viele Tretminen sorgen. Da heißt es schon achtsam sein bei den Wanderungen. Hier werden die Schafe nicht geschoren, die Wolle muss von selbst abfallen, was mitunter echt arg aussieht. Auf unsere Nachfrage erfahren wir, dass es sich für die Farmer nicht lohnt die Schafe zu scheren oder das Fell zu gerben. Die zum Kauf angebotenen Felle werden alle nach Norwegen geschickt und dann hier entsprechend teuer verkauft.

Den erwarteten Wetterumschwung nutzen wir für eine Wanderung vom Dorf Elduvík, wo wir heute nächtigen, entlang der Klippen nach Oyndarfjórður. Der Regen hält sich vornehm zurück, schickt nur ein paar Schauer, aber wir sind ja wind- und wetterfest. Sonst wären wir wohl fehl am Platz auf den Schafsinseln, denen man recht unwirtliches Wetter nachsagt.

Die östlichen Inseln wollen wir noch besuchen, da ist das bedeckte Wetter gerade recht. Wir fahren durch einen weiteren kostenpflichtigen „sub-sea tunnel“ auf die Insel Borðoy, über einen Damm auf die dünn besiedelte Insel Kunoy. Das kleine Dorf Koloy mit der hübschen Holzkirche liegt malerisch am Meer. Damit belassen wir es, wir sind so leicht nicht mehr zu begeistern.

Die Insel Viðoy ist die nächste, sie ist nur durch 2 dunkle, einspurige Tunnels zu erreichen. Die Höhenbegrenzung gibt 3,10m an, das geht sich für uns gut aus, nicht aber für unsere Freunde. Sie fahren wieder zurück nach Klaksvik, am Wanderparkplatz Klakkur wollen wir uns wieder treffen.

Viðareiði ist fast der nördlichste besiedelte Punkt auf den Färöern, den nehmen wir noch mit. Ein Stopp mit Ausblick auf die Nachbarinseln Fugloy und Svínoy genügt uns, und wir fahren zurück zum Treffpunkt mit Rundumsicht. Die gefällt uns sehr gut, man hat eine herrliche Sicht auf Klaksvik.

Da oben bläst der Wind, daher wird’s nix mit einem ruhigen Nachtplatz und wir beschließen, 2 Tage in Gjógv zu bleiben, das Dorf und der Platz am Meer haben es uns angetan. Die Sonne lacht schon wieder vom tiefblauen Himmel und trägt das Ihre zur guten Laune bei. Jetzt wollen wir einfach einmal gar nichts tun, nur in der Sonne sitzen und die Tage hier Revue passieren lassen. Unser Basecamp ist das Kommunikationszentrum, hier wird geplant, gegessen, getrunken, gelacht….

Frischer Apfelkuchen aus dem Omnia

Bevor wir auf die Fähre gehen, steht ein Bummel durch Tórshavn noch aus, das Regierungsviertel mit den kleinen Gassen und den hübschen Häusern entzückt jeden.

Gott sei Dank gibt es sehr wenige Touristen hier, daher können wir in Ruhe durch die Stadt schlendern, Kaffee trinken und uns auf den morgigen Tag freuen.

Einen letzten Fixpunkt haben wir noch – oder eigentlich zwei. Das Wichtigste zuerst: Linus hat eine Brauerei mit einem Biershop gefunden, hier können wir unsere schwindenden Biervorräte „relativ kostengünstig“ wieder auffüllen.

Der Ausflug zum historischen Bischofssitz Kirkjobøur ist natürlich noch ein Muss. Ein Museum, eine Kirche und die Ruinen des alten St. Magnus Domes bezeugen, dass hier im Mittelalter der kulturelle und religiöse Mittelpunkt der Färöer war.

Der größte Hof des Ortes im traditionellen Baustil mit Grassodendach gilt als einer der ältesten traditionellen Holzhäuser Europas. Schon wieder ein Superlativ also!
Aber uns hat es hier sehr gut gefallen, nur der eisig kalte Wind vertreibt uns. Wir fahren zurück nach Tórshavn, nächtigen in Stadtnähe auf einem P am Meer mit toller Aussicht auf die Insel Nolsoy und den regen Fährverkehr dorthin.

Wir vertreten uns noch ein wenig die Füße in der Stadt, stärken uns mit köstlichen FischSandwiches, dann fahren wir in den Hafen, wo schon eine lange Schlange von unterschiedlichsten Fahrzeugen auf die Fähre wartet. Es heißt Abschied nehmen von den Färöer Inseln und wir kommen einstimmig zur Überzeugung: 3 Tage wäre viel zu kurz gewesen. Jetzt freuen wir uns auf das Wiedersehen mit unseren Freunden Josefa und Rudi, die ja schon seit Hirtshals an Bord der Norröna sind. Unser Reiseteam ist jetzt ist komplett und man spürt förmlich das knistern der Spannung auf die kommenden Abenteuer. ISLAND wir kommen!

Die Fähre nimmt Kurs auf Seyðisfjörður und zwar zwischen den Inseln Esturoy und Kalsoy durch, bei herrlichem Sonnenschein. Der Tag klingt, wie könnte es anders sein, beim obligaten „happy hour“ Bier aus.

Bei der Einfahrt in den Hafen von Seyðisfjörður strahlt uns die Sonne an, wir strahlen zurück und frühstücken gleich im Hafen. Man kann draußen sitzen und die ersten Eindrücke wirken lassen.

Die Lupinien sind jetzt erblüht

Island ist natürlich eine neue Geschichte, es bleibt spannend, das kann ich Euch versprechen. Freut uns, wenn ihr uns begleitet.

1 Kommentar

  • Huemer
    17. Juni 2022 at 21:22

    Gute Reise wünschen wir euch und wir freuen uns auf den nächsten Bericht. LG

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