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Europa / Island 2022 NEU

ISLAND – unsere Jubiläumsfahrt ! #1

10 Jahre WoKi – wie die Zeit vergeht! Im Mai 2012 durften wir (nach nur 3 monatiger Wartezeit!! ) unser Wohnkisterl bei der Fa. Bimobil abholen. Seither hat es uns durch 27 Länder begleitet, zuverlässig „über Stock und Stein“ gebracht. Unsere Freude und Dankbarkeit darüber ist und bleibt ungetrübt.

Schon lange ist Island unser Sehnsuchts-Ziel, heuer klappt es endlich und wir machen uns zum allerersten Mal auf in den Norden. Für die Anfahrt nach Hirtshals in Dänemark haben wir einen Zeitplan von 1 Woche, d.h. wir gehen es gemütlich an – mit ein paar Fixpunkten in Deutschland und an der dänischen Westküste. Die Fähre nimmt uns am 28. Mai mit bis Tórshavn auf den Färöer Inseln. Nach ein paar Tagen geht es weiter nach Seyðisfjörður, der Hafenstadt auf der Insel aus Feuer und Eis. Dort haben wir 5 Wochen Zeit Island zu erkunden, bevor wir am 16. Juli wieder in Hirtshals anlegen.

Die Tage vor einer Reise sind, wie immer, etwas betriebsam, um es gelinde auszudrücken. Der Mechanker unseres Vertrauens wollte scheinbar wissen, wie hoch unser Potential an Gelassenheit ist, das WoKi bekommt erst 1 Tag vor der Abfahrt das Pickerl. Nicht weil es Probleme mit dem Toyo gegeben hätte, nein, ganz im Gegenteil. Er hat uns einfach warten lassen und vertröstet…. also bleiben genau ein paar Stunden Zeit, um unser Reiseauto einzuräumen, eine ziemliche Herausforderung. Aber nach vielen Jahren Reiseerfahrung sind wir routiniert und organisiert, das haben wir alles ganz gut hingekriegt. So sitzen wir am 20. Mai im WoKi um unsere Flora bei meiner Tochter in der Nähe von Linz abzuliefern. Sie darf zu unserem Bedauern nicht mit auf die Insel, es gibt ein Einreiseverbot für Tiere aller Art. Das stimmt uns natürlich etwas traurig, denn ohne unserer Reisemaus sind wir nicht komplett.

Im Wissen, dass Flora in besten Händen ist, peilen wir unser erstes Ziel an: Dresden! Die Fahrt durch Tschechien verlangt etwas Langmut von uns, will heißen, langweilt uns! Wir erblicken absolut nichts Erfreuliches. Oder liegt es etwa daran, dass unsere Gedanken doch noch sehr beim Abschied nehmen hängen?

In und um Prag ändert sich das, der Verkehr verlangt volle Konzentration, auch von der Navigatorin. Stau…Stau…Stau ohne Ende. Klar, es ist Freitag Nachmittag. Dafür wird es danach landschaftlich schöner, etwas hügelig und kleinlandwirtschaftlich genützt, das gibt gleich ein anderes Bild. Und die Fotos und Berichte meiner Tochter tun das Übrige. Flora, unser g’scheites Hundemäderl, genießt das Leben als Mittelpunkt ihrer Ersatz-Familie. Auch mit den Katzen hat sie sich bestens arrangiert, jedenfalls solange sie nicht an ihr Futter gehen.

In Dresden suchen und finden wir den schönen Stellplatz an der Elbe, direkt bei der Augustus-Brücke, die in die Altstadt führt. Der ist rappelvoll und wir ergattern gerade noch einen Platz. Da können wir uns nur noch wundern. Später wissen wir auch den Grund dafür, in Dresden findet gerade das DixieLand Festival statt – das größte in Europa!

Das ist ja eine tolle Zugabe für uns, wir machen uns gleich auf in die Stadt, die uns in ihrem Gesamtbild sofort begeistert.

Bei Tag und bei Nacht wunderschön

Das Stadtbild in ihrer Komplexität flasht mich geradezu, ich hätte es mir nicht stimmngsvoller vorstellen können. Dresden wird auch Elbflorenz genannt, barocke Baukunst in Vollendung. Das Wissen um die schreckliche Bomben-Nacht im Februar 1945, als die ganze Stadt buchstäblich in Schutt und Asche gelegt wurde, lässt uns ehrfürchtig staunen, was die Menschen beim Wiederaufbau geleistet haben.

Die Semperoper

Wir marschieren vom Theaterplatz mit der Semperoper – eines der schönsten Opernhäuser der Welt, in den Zwinger – das bedeutendste spätbarocke Bauwerk (momentan leider im hinteren Bereich eine Baustelle) daher wenige Fotos.

Vorbei an der Kathedrale, dem Residenzschloss und dem Fürstenzug, einem 101 Meter langen Wandbild aus Meissener Porzellanfliesen.

Das Residenzschloss

Das bedeutendste Wahrzeichen ist die Frauenkirche, deren Bombenruine jahrelang das Stadtbild prägte. Die Wiedereröffnung 2005 war und ist ein Symbol des Sieges der Versöhnung über Krieg und Vernichtung. Aktueller denn je !!!

Auf allen Plätzen herrscht fröhliche Stimmung, da klinken wir uns gerne ein und genießen den Mix aus Kultur und Lifestyle. Viele namhafte Bands aus aller Herren Länder sind vertreten und beschallen die Stadt mit ihrer unvergeßlichen Athmosphäre. Wir essen Currywurst aus dem Pappteller, trinken dunkles Bier aus der Region, mischen uns unter’s Volk und freuen uns über den gelungenen Start unserer Reise. Island wird anders werden, darauf brennen wir jetzt !

Am heutigen Sonntag wollen wir eine größere Strecke machen (ca. 600km), ohne Schwerverkehr ist es einfacher. Wir nehmen Kurs auf Hamburg, ab Braunschweig haben wir von Autobahnen genug, wir fahren ab und erreichen Celle mit den hübschen Fachwerkbauten. Weiter geht es nach Buxdehude (kein Scherz, gibt es wirklich!) und von dort an die Elbe bei Krautsand. Ein schöner Stellplatz wäre hier, aber wir haben noch Fahr-Reserven. Also nehmen wir die Fähre über den Fluss, die uns für € 21,-nach Glücksstadt bringt.

Den Nord-Ostseekanal überquert man gratis mit einer kleinen Fähre, wir fahren weiter nach Meldorf, wo wir im Hafen einen schönen SP direkt hinter dem Deich finden. Die Ruhe und Idylle ist der krasse Gegensatz zum SP in der Stadt. Wir vermissen Flora, für die es hier einfach schön gewesen wäre. So gehen wir halt alleine spazieren, streicheln alle willigen Hunde die uns begegnen und in der Not darf es auch ein Schaf sein, aber das macht nur „bähhh, bähhh…“ und frisst weiter ;-(

In der Nähe von Flensburg wollen wir unsere Reisefreunde besuchen. Ortwin und Swantje haben wir 2013 in Albanien kennengelernt und wir freuen uns, dass es endlich mit dem Wiedersehen klappt. Zuvor wollen wir noch einen kuzen Abstecher nach Sylt machen, aber man verlangt für den Autozug € 165,- ! Da verzichten wir gerne. Ein wenig Nordsee-feeling bringt uns Dagebül näher, ohne dass wir uns darüber begeistern können. Bei Ebbe sieht auch ein bestimmt schöner Strand nicht so berauschend aus. Du musst schon kilometerweit durch den „Gatsch“ gehen, dass du an Wasser kommst. Die reetgedeckten Häuser sind dafür eine Augenweide und die hübschen Gärten mit den üppig in allen Farben leuchtenden Rhododendrensträuchern ein Blickfang.

Bei unseren Reisefreunden ist es, als wäre die Zeit stehen geblieben. Wir haben uns viel zu erzählen, die Zeit vergeht im Flug mit hervorragendem Essen, gutem Wein und endlosen Reisegeschichten. Ein kleines Paradies haben die Beiden sich geschaffen, da kann man sich nur wohlfühlen. Danke Ihr Lieben und bis bald einmal!

Ihr „neues“ Auto lässt keine Wünsche offen und wartet schon auf die nächste Reise.

Gleich nach dem Frühstück starten wir Richtung Dänemark, die Grenze ist als solche nicht zu erkennen und unser erstes Ziel ist Rømø. Die Insel ist über einen Damm zu erreichen und lockt alle Windbegeisterten und Sandliebhaber hierher. Wir teilen die Begeisterung über den riesigen Sandstrand, den man sogar befahren kann, was viele auch tatsächlich tun. Wir auch, wir drehen eine Ehrenrunde, marschieren dann aber ein Stück weit am Wasser zu Fuß auf und ab (was der Umwelt sicher zuträglicher ist) und hauen wieder ab.

Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks, daran wollen wir nicht vorbeifahren. Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen historischen Häusern und dem weithin sichtbaren Wahrzeichen, dem Dom, in dem sich sogar das Grabmal zweier dänischer Könige befindet. Die Begeisterung hätte größer sein können, denn just beim Bummel durch die Stadt fängt es an zu regnen.

Das Wetter bessert sich wieder und als wir am Dünen-Camp Vejers eintreffen scheint schon wieder die Sonne. Der große CP ist ganz toll gelegen, unparzelliert, man sucht sich seinen Platz irgendwo zwischen den Dünen, je nach Erreichbarkeit bzw. Fahrzeug. Der Wind frischt auf und so suchen wir lieber einen geschützten Platz für eine Nacht.

Heute geht es weiter in den Norden, immer der Küste entlang, die mal beeinduckend schön, mal eintönig und unspektakulär ist. Noch eine Fähre nehmen wir, sie bringt uns von Thyborøn nach Agger, auch einfach und unspektakulär um € 13,50.

Stenjberg nehmen wir noch mit, liegt ja faktisch am Weg. Typisch sind die kleinen, weißen Gerätehäuser aus der Zeit, als am Strand noch die Küstenfischerei betrieben wurde. Hübsch anzusehen, einen Zischenstopp ist es allemal wert.

Einen schönen Nachtplatz bei dem Vogelfelsen und den Klippen von Bulbjerg habe ich zuhause schon ausgewählt, aber uns vertreibt der Wind und die drohenden Gewitterwolken von dem markanten Felsen. Also fahren wir noch ein Stück weiter. Am Grønestrand stehen wir einsam, geschützt und herrlich ruhig vor dem endlos landen Nordesee-Strand.

Das nächste Highligt ist der Rubjerg Knude, der Leuchtturm der dem Kampf mit der Natur, den Stürmen und dem Sand zu trotzen versucht. Das kleine Museum ist der riesigen Wanderdüne schon zum Opfer gefallen, den Leuchtturm hat man 2019 mit riesigem Aufwand ca. 70 Meter weiter in das Land gezogen, wo man ihn heute wieder besichtigen und besteigen kann. Wir wandern hinauf, trotzen ebenfalls dem Sturm, der sich uns entgegenstellt und es uns beinahe unmöglich macht, gute Bilder zu schießen. Er macht den erlebten Sahara-Sandstürmen in Lybien alle Ehre.

Nachdem wir sandgestrahlt wieder zurück beim WoKi sind, geht es auf zu unserem letzten Stopp: Skagen. Dort wo Ostsee und Nordsee aufeinandertreffen – das wilde Skagerrak von links und das ruhige Kattegat von rechts .

Grenen ist also definitiv der nördlichste Punkt Dänemarks, wir wappnen uns gegen Wind und Wellen und wandern hinaus zur Spitze, wo sich die beiden Meere abklatschen und uns ein wildes Schauspiel liefern.

Natürlich gibt es auch hier – wie an vielen Orten – Bunker, die an die größte Seeschlacht bei Skagerrak im ersten Weltkrieg erinnern. Uns gefällt das Naturschauspiel besser, wir stehen eine Weile staunend davor, dann machen wir uns auf den Rückweg, der durch den entgegenkommenden Sturm ziemlich beschwerlich ist. Aber das WhattsApp unserer Freunde bringt uns gleich wieder in Schwung, sie schaffen es heute noch bis Hirtshals und so fahren wir sogleich zurück zur Hafenstadt, wo 2 Tage später unsere Fähre ablegt. Bei dem Sturm ??? Mal sehen.

Der Himmel ist beinahe wolkenlos, aber bei Windstärke 6 ist das Vergnügen recht zweifelhaft. Wir besteigen den Leuchtturm, machen am Freitag einen ausgiebigen Bummel durch Hirtshals, essen fish ’n‘ chips, besichtigen das Oceanarium und verkriechen uns wieder in unseren geschützten Häuschen. Gutes Essen, süffiger Wein und gute Laune sind die besten Zutaten für alle künftigen Abenteuer. Und bei den stürmischen Zeiten wird die Fährfahrt wohl schon die nächste Herausforderung sein.

Wer neugierig ist, erfährt alles in der nächsten Geschichte – von den Färöern, den Schafsinseln!

12 Kommentare

  • Gabi Huemer
    29. Mai 2022 at 19:54

    Gute Reise wünschen wir euch Gabi&Woifi

    Antworten
  • Rüdiger Meinßen
    29. Mai 2022 at 15:16

    Liebe Wokis,

    das nächste mal an der schleswig-holsteinischen Westküste solltet ihr das Katinger Watt ansteuern. Dort lassen sich (bei Flut) aus mehreren Beobachtungsschirmen des NABU auf relativ kurze Distanz Seevögel beobachten. Übernachten könnt ihr am Amsinckhaus. Von dort aus 4km zu Fuß oder per Rad zur Hamburger Hallig. Leckeres Essen und Trinken im Halligkrug.

    Dann seid ihr auch mit der Westküste versöhnt.

    Gute Fahrt und liebe Grüße aus der La Mancha, wo wir mit unserer Husky-Kabine auf Hilux unterwegs sind.

    Doris und Rüdiger

    Antworten
  • Renate und Wolfgang
    29. Mai 2022 at 14:33

    Wir freuen uns, wieder mit Euch mitreisen zu dürfen und sind schon gespannt auf die nächsten Erzählungen!
    Habt eine gute Fahrt, liebe Grüsse
    Renate und Wolfgang

    Antworten
  • Any
    29. Mai 2022 at 12:30

    Sehr erfrischend der erste Bericht von Wind und Wetter im hohen Norden!
    Wie schade, dass Flora nicht mitkommen darf.
    Ganz liebe Grüße aus Lugano von Any, Uli und Luna

    Antworten
  • Kienzle Peter
    29. Mai 2022 at 10:17

    Ich wünsche euch eine tolle Zeit auf Island. Bin gespannt auf die Reiseberichte und Fotos.
    Liebe Grüsse

    Antworten
  • Günter Klar
    28. Mai 2022 at 21:20

    Vielen Dank für die eindrucksvolle Schilderung der ersten Etappe zur Jubiläumsreise. Ich bin gespannt, wie es weiter ging.

    Antworten
  • Regina & Roland
    28. Mai 2022 at 21:13

    Liebe Grüße aus der Auvergne und eine schöne Reise
    R&R&C&A

    Antworten
  • Micha
    28. Mai 2022 at 17:57

    Das hört sich vielversprechend an, Maria. Gute Überfahrt und tolle Erlebnisse!

    Liebe Grüße
    Micha vom momoblog

    Antworten
  • Herwiga und Hans Pondorfer
    28. Mai 2022 at 17:27

    Servus ihr Zwei,
    Es freut uns, dass wir jetzt mit euch wieder auf große Tour gehen können. Allerdings ohne Flora und der Wermutstropfen ist sehr groß. Kann ich verstehen.
    Dankeschön daß ihr uns teilhaben laßt und wir wünschen euch eine glückliche und gefahrlose Reise.
    Viele Grüße Herwiga und Hans ( im Moment in Deutschland unterwegs)

    Antworten
  • Rupert Unterwurzacher
    28. Mai 2022 at 15:00

    Wieder unterwegs und wir werden das ganz genau beobachten, weil Island schon lange in unseren Köpfen herum geistert …

    Wir wünschen eine wunderschöne Reise und kommt wieder gut und gesund nach Hause zurück.
    Wir freuen uns auf euren Bericht: LG Rupert und Sonja

    Antworten
  • Toni Gekle
    28. Mai 2022 at 14:48

    Danke für die „günstige Mitfahrgelegenheit“ in den windigen Norden. Freue mich schon auf weitere Berichte und Bilder. V. G. Toni

    Antworten
  • Andrea Weijman-Vesely
    28. Mai 2022 at 14:12

    Sehr schön, habt eine gute Zeit! Wo ist Eure Flora? Die vermisse ich auf den vielen schönen Fotos!

    Lg
    Andrea, Erik und Enzo

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