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Europa / Frankreich

#6 A place to be – das Cotentin

14. – 26. Juni 2015
Barfleur liegt an der Nordspitze der Halbinsel Cotentin. Jetzt wollen wir noch die geschichtsträchtigen Strände rund um D-Day besuchen. Utah Beach, Omaha Beach und Gold Beach haben traurige Berühmtheit erlangt. Unzählige Gedenkstätten, Museen, Monumente und riesige Soldatenfriedhöfe zeugen von der Brutalität des Krieges der eine unglaubliche Zahl an jungen Soldaten und der Zivilbevölkerung gefordert hat.

Wir halten Inne im Gedenken an diese Menschen und belassen es dabei. Angesichts der Kriege um uns herum ist die Sorge um den Weltfrieden beängstigend genug.

Utah Beach gibt heute ein friedliches Bild ab, die Pferde werden im Meer mit dem Sulky für das nächste Trabrennen fit gemacht und wir fahren weiter nach Bayeux. Der ehemals romanischen Cathédrale Nôtre Dame wollen wir heute einen Besuch abstatten. Sonntag ist ein guter Tag dafür, es gibt jede Menge P in Zentrumsnähe.

Sie wurde schrittweise in eine der bedeutendsten gotischen Kathedrale der Normandie umgebaut.

Die berühmte Tapisserie können wir leider nicht besichtigen (Hundeverbot), wir trösten uns mit einem Glas kühlen Cidre in der ausnehmend hübschen Altstadt.

Am Gold Beach checken wir auf einem CP municipal ein und wissen doch gleich, dass uns hier nichts hält. Der riesengroße Platz hat nichts von dem, was wir bisher in der Normandie so gemocht haben. Der Strand ist zwar weitläufig, aber die Umgebung doch sehr tourismusorientiert, zudem die vielen Kriegs-Monumente, am Land, im Meer – da gefällt es uns gar nicht.

Hatten wir nicht auf der anderen Seite des Cotentin so wunderschöne Plätze mit herrlich einsamen Stränden? Und kleinen Dörfern mit hübschen Steinhäusern und vielen Blumen?

Vauville ist ein typisches Dorf des Cotentin. Steinreich, blumenreich, wasserreich … A place to be. Das Wasser ist Flora’s Element und auch wir genießen das erfrischende Bad – aber nur kurz!

Beinahe unfassbar breite und lange Strände, Touristen, die man auf einer Hand zählen kann – schöner geht’s nicht!
Ich musste tatsächlich einen kurzen Augenblick nachdenken, warum man hier keine Liegestuhlreihen mit Sonnenschirmen findet. Scherzchen… bei Flut ist der Sandstrand weg, bis hinauf zum Kiesel 😉 Der Tidenhub an der Küste der Halbinsel Cotentin ist einer der größten in Europa.

Irgendwann reissen wir uns los von diesem schönen Fleckchen. Eine kleine Straße führt uns ein Stück hoch und wir werfen unseren Blick zurück auf den Plage de Vauville. Bleibt unvergessen!

Auch die Dunes de Biville und das Naturreservat mit den vielen Seen ist ein Augenschmaus, wir können uns gar nicht sattsehen.

Aber jetzt ruft nochmals Port-Bail-sur-Mer und der CP mit dem Logenplatz.

Der Randplatz ist für uns reserviert, die Sonne macht Überstunden, die Flora Yoga im Sand – „der herabschauende Hund“ (für alle Yoga Experten 🙂 )

Die Hafenkneipe hat stets hervorragenden Cidre brut für uns eingekühlt (wir bedauern nur kurz, dass sowohl Espresso als auch Cappuchino für uns hier ungenießbar sind) und wir stellen einhellig fest, ein Tag in der Normandie ohne Cidre fühlt sich irgendwie falsch an.

Bei Ebbe sind alle Schiffe gestrandet und geben ein erbarmungswürdiges Bild ab. Bei Flut haben sie alle mindestens eine Handbreit Wasser unterm Kiel – wir haben uns überzeugt!

Unser ganz persönliches Abschiedsessen zelebrieren wir in dem hübschen Ort mit vielen ansprechenden Lokalen.

Mit Austern, Moules au roquefort und zum Abschluss natürlich Calvados.
Jetzt geht es heimwärts, wir haben 3 Zwischenstopps geplant, immerhin sind es über 1.500km.

Erster Halt ist Châtres, auf dem stadtnahen CP gibt es viele großzügig bemessene SP direkt am Fluss Eure.

Die Cathédrale Notre-Dame de Chârtres ist die vollständigste und am besten erhaltene der gotischen Kathedralen und UNESCO Weltkulturerbe. Über 170 BleiglasFenster aus dem Mittelalter sind nahezu vollständig erhalten. Faszinierend ist auch die Chorumzäunung von Chartres, auch Chorturm genannt, sie ist sechs Meter hoch und etwa 100 Meter lang und man steht staunend davor, wie man so filigrane und ausdrucksstarke Steinschnitzereien herstellen konnte!

Es geht weiter heimwärts. Bei einem Champagner Winzer, mitten in den Weinbergen der Champagne machen wir unseren nächsten Stopp. Wir haben Glück, der Winzer ist hochprämiert, wir werden freundlich begrüßt und zur Degustation eingeladen,

Seine Obstgarten-Wiese, wo wir stehen dürfen, ist ein Traum. Eß- u. pflückreife Kirschen und Weichseln, üppig tragende Nußbäume mit den grünen Nüssen für Wolfgangs „Nussernen“, (narürlich alles mit Erlaubnis gepflückt und gegessen!). Mit Blick auf die Weinberge genießen wir unseren letzten Abend in Frankreich. Womit? Na klar, wir sind nicht mehr in der Normandie und was man hier trinkt ist sozusagen „State of the Art“!
Champagner – ein würdiger Abschluss unserer Reise in die Normandie.

Der letzte Stopp ist die Rappenlochklamm in der Nähe von Dornbirn – wie zu Beginn der Reise. Wir lassen unsere Tour am schönen SP an der Dornbirner Ach ausklingen und Revue passieren. Nicht bei Cidre oder Champagner, sondern bei einer Mohren-Weisse vom Fass, wie es sich gehört. Die Normandie war für uns die Überraschung schlechthin. Wir hatten die Alabasterküste und Mont-Saint-Michel als Highlight am Radar, aber was wir sonst noch alles erlebt, gesehen und bestaunt haben, hat uns völlig in den Bann gezogen. Natur und Kultur, von der kulinarischen Hochkultur mal ganz zu schweigen. Diese Reise hat uns überzeugt – wir sind jetzt sozusagen „frankophil“ 🙂 – die Bretagne steht nun ganz oben auf der Wunschliste…

Au revoir la France !

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