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Europa / Frankreich

#2 Normandie – der Sonne hinterher…

25. – 31. Mai 2025
Der CP de la Plage in Gravelines nördl.von Calais ist klein und überschaubar, am Rande des „Natur Reserve Platier Oye“.
Das CP Tor wird allerdings um 18h geschlossen – rigoros ! Unsere Ankunft 18h32h 🙁
Wir bräuchten dringend ein ruhiges, windgeschütztes Plätzchen, weil sich plötzlich das Türschloss der Kabinentür nicht mehr öffnen lässt.
Der Schlüssel dreht durch – wir auch! Ein Parkplatz vor dem CP bietet eine windige Herberge, aber Gott sei Dank keinen Regen.
Wenn wir nicht im Toyo schlafen wollen braucht es eine machbare Lösung, wir haben ja keinen Durchstieg. Die einzige Chance in die Kabine zu kommen ist die Ladeklappe, da es ja auch die Möglichkeit gibt, sie von innen zu beladen. Tatsächlich gelingt es mir – zwar ziemlich unelegant – in die Kabine zu gelangen. Aber ich schaffe es dann nicht, die Tür von innen zu öffnen, wie wir gehofft hätten. Also muss sich auch Wolfgang da durch zwängen, denn die einizige Lösung ist jetzt, die Verriegelung zu demontieren. „Gut, dass ich so viel Werkzeug dabei habe“, höre ich zum wiederholten Male und ich muss ihm Recht geben.

Kurz gesagt, bzw. geschrieben: das gelingt, wir schlafen erleichtert im WoKi, checken nächsten Morgen am CP ein und der nette Betreiber bemüht sich sehr uns zu helfen. Vor Montag gibt es sowieso keine Möglichkeit. So kommen wir zu unserem verdienten Ruhetag nach der Aufregung. Dabei dachte ich, dieser Urlaub wird keine Action bieten.

Gravellines und das Grand-Fort-Philippe ist nichtssagend, einige Überreste aus der Kriegszeit sind noch vorhanden, aber das Naturschutzgebiet ist ganz nach unserem Herzen: kleine Seen, Dünen und das Meer, ein guter Einstieg in die Normandie.

Am Montag früh gibt der gute Mann zwar sein Bestes, er telefoniert und telefoniert… aber in ganz Calais gibt es Niemanden, der Camper reparieren kann, meint er. Na gut, dann suchen und finden wir eine andere Lösung. Wir treffen uns ohnehin mit unseren Freunden, denen können wir einfach und ohne Goole-Übersetztung unser Problem erklären. Sie bringen uns ein Sicherheitsschloss aus der Schweiz mit!!!

Ausgeruht und voll Elan starten wir nach Le Tréport, ohne Sicherheitsschloss brauchen wir einen CP oder zumindest einen SP. Die Tür können wir mit Expander gut von innen verschließen und so machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Trüb kalt und windig ist es, willkommen in der Normandie.

Trotzdem können wir die ersten Kreidefelsen bewundern, flanieren ein wenig herum, fahren mit der Funiculaire du Tréport (eine Standseilbahn aus dem Jahre 1908, die die Einheimischen und Touristen gratis auf das Plateau bringt) hoch um die Felsen von oben zu bestauen, das macht aber keinen Sinn. Es ist zu diesig, zu kalt, zu windig…

Da setzten wir uns lieber in ein Café und wärmen uns mit Calvados auf. Am Nebentisch sitzen Corinna und Rainer, wir kommen ins Gespräch und wissen wir gleich mit wem wir den Abend bei gutem Cidre verplaudern, sie stehen am SP gleich neben uns.
Die ersten Moules Frittes gönnen wir uns auch, so einem Regentag muss man auch was Positives abgewinnen. Wir können das ziemlich gut, Cidre und Calvados sind die besten Zutaten.

Nächstes Ziel ist Saint-Valery-en-Caux, es gibt schöne SP direkt am Meer, die meist überfüllt sind und platzmäßig sehr knapp bemessen. Heute ist Mittwoch, da könnten wir Chancen auf einen guten Platz haben. Wir düsen gleich am Vormittag los.

Der Randplatz – Glück gehabt 😉

Die Kreidefelsen der Alabasterküste sind hier schon viel eindrücklicher. Ja, die Sonne macht einfach alles freundlicher. Der Cappuchino in dem kleinen Städtchen kann uns weniger beeindrucken, hätten wir lieber Pastis bestellen sollen? Aber irgendwie kommt hier in Frankreich einfach nicht die Lust dafür auf. Ganz anders wie auf Korsika, da war es beinahe schon ein Sport für, uns wann und wo wir den ersten Pastis trinken.

Immerhin hat die Stadt das Maison Henry IV, zu bieten ein Fachwerkhaus aus Jahr 1540. Die meisten Häuser des Ortes wurden im 2. Welkrieg zerbombt.

Wir freuen uns, dass endlich die Sonne scheint, sie versinkt sogar ganz malerisch im Meer und zaubert die wärmsten Farben auf die Kreidefelsen.

An Veules-les-Roses kann man doch nicht einfach vorbei fahren! Also nochmals ein Stück zurück. Es steht das verlängerte WE an, da sind wir froh dass wir uns schon am Vormittag am Weg machen, das malerische Dorf zu besuchen. Es hat hat den kürzesten Fluss Frankreichs, von der Quelle bis zur Mündung in den Ärmelkanal gerade mal 1.149m. Mit Stroh gedeckte Fachwerkhäuser und z.T. noch in Betrieb stehende Wassermühlen säumen den Weg durch das ausnehmend hübsche Dorf.


Auch das Château und den Jardin Potager de Miromesnil möchten wir noch sehen, bevor wir zu unserem Treffpunkt auf dem CP bei Fécamp fahren. Die Befürchtung, dass hier ähnlich viele Touristen sind wie in Veules-les-Roses ist unbegründet. Wir sind wiedereinmal die Einzigen!

Das traumhaft schöne Schloss kann man nur von aussen bewundern, es ist privat bewohnt, aber was wir im Schlossgarten sehen ist ein fast umwerfend.

Üppig blühende Blumen in einer Farbenpracht die jetzt Ende Mai wahrscheinlich nicht zu toppen ist. „Potager“ ist der Name für den traditionellen französischen Gemüsegarten, der auch viele bunt blühende Blumen, Sträucher und vor allem Rosen in allen Farben hat.

Dann machen wir uns auf nach Fécamp, checken am CP ein und freuen uns auf das Treffen mit unseren Freunden und natürlich auch auf das Sicherheitsschloss, damit wir eine Sorge weniger haben.

Susanne und Ueli sind schon da und später treffen auch Lisa und Elmar mit dem jungen Wirbelwind Stella ein. Flora und Stella sehen sich ja zum ersten mal und zum Kennenlernen geht es zuerst auf die große Wiese. Die Freundschaft ist geschlossen, nur im und um das WoKi herum, das ist ihr Territorium, da kennt sie keine Gnade.

Das Wetter ist gut, nur am Abend wird es ziemlich frisch. Trotzdem wird draussen zusammengesessen, geplaudert, gemeinsam gegrillt und die Weiterreise besprochen.
Zuvor gibt es einen Arbeitseinsatz, das Sicherheitsschloss wird montiert und schafft wieder Reisefreiheit und ein gutes Gefühl.
Der nächste Tag gehört Fécamp, hier holen wir die Sonne ein und es wird ein herrlicher Tag.

Wenn ihr dabei sein wollt: Bitte einsteigen!

Weiterlesen: #3 Normandie – Alabaster & Cidre

2 Comments

  • Gaby & Peter
    6. Juni 2025 at 12:02

    Wieder so eine wunderbare geschriebene Geschichte mit herrlichen Bildern.
    Am liebsten würden wir auch gleich zum Treffpunkt düsen!
    Alles Liebe und eine wunderschöne Tour wünschen wir euch und den Reisefreunden!

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  • Rüdiger Meinßen
    6. Juni 2025 at 9:48

    Schön, dass Ihr wieder unterwegs seid. Gute Reise und vielleicht trifft man sich mal unterwegs.

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