1. – 3. Juni 2025
Bevor wir zum Highlight der Alabasterküste kommen, besuchen wir Fécamp. Die Stadt quillt fast über vor Autos, Touristen und Einheimischen. Das schöne Wetter und das WE lockt alle an. Dennoch gelingt es uns einen P zu finden, wir machen uns gleich am Weg zum Palais Bénédiktine, wo nach einem jahrhundertealten Rezept verschiedene Liköre produziert werden. Wir bestaunen den prunkvollen Gebäudekomplex nur von außen, eine Degustation wäre mit den Hunden gar nicht möglich.




Natürlich gibt es Kirchen, Kathedralen, aber wir flanieren auch durch die Gassen, bestaunen die detailverliebten Baustile der Häuser …

…und die fantasievollen Dekorationen.

Schweißtreibend ist der Anstieg zur Chapelle Notre-Dame-de-Salut, den Lisa und ich dann noch mit den Hunden machen. Der schöne Blick von oben auf Fécamp ist der größte Lohn.


Jetzt geht die Fahrt ins Landesinnere, hier ist es bestimmt ruhiger. Zudem sagt der Wetterbericht, dass am Montag ein Sonnentag ist, der wäre ja perfekt für Etretat. Immer auf Landstraßen durch eine herrlich fruchtbare Gegend kommen wir an die Seine, die wir mit einer Fähre (auch wieder gratis) überqueren.

Bernay ist unser lohnenswertes Ziel, eine entzückende Kleinstadt mit vielen Geschäften und Lokalen, wo man es sich gut gehen lassen kann. Es sind fast ausschließlich Einheimische, die das „La vie est belle!“ genießen. Am großen Markt, der immer Samstags stattfindet, wird schon zusammengeräumt, wir finden aber doch noch einige Standler, die ihre Ware feilbieten, zum Verkosten und Kaufen… alles schmeckt wunderbar.

Die Fachwerkhäuser sind z.T. so alt, dass die gewaltigen Balken im Laufe der Jahrhunderte krumm und schief geworden sind.

Entlang der beiden Flüsse gibt es Uferpromenadenwege, wo man noch die alten Waschplätze sehen kann.

Für die Kaffeepause haben wir am Markt vorgesorgt, dann braucht es nur noch eine Boucherie für den Grillspaß am Abend. Wir staunen über das vielfältige Angebot und dank Lisa – die ja perfekt französisch spricht – bekommen wir auch alles was wir wollen und noch viel mehr. Grillfleisch, Terrinen, Pâté und andere Spezialitäten. Nur nix mit Gänsestopfleber, eh klar!
Den wunderschönen SP finden wir bei einem aufgelassenem Bahnhof, mitten im Grünen.

Zurück zur Küste nehmen wir am Weg noch das Château de Beaumesnil mit, dafür nehmen wir uns gerne Zeit.

Ein Wasserschloss wie aus einem Märchenbuch, es ist gleichviel imposant wie bezaubernd. Man darf auch die Innenräume besuchen, uns beeindruckt vor allem im Untergeschoß die riesige Küche mit Aufzug für die Speisen und die Kamine für das Spanferkel. Erbaut wurde es um 1640, seit 1939 gehört das Château dem Hause Fürstenberg.

Die Nachtplatzsuche war sehr erfolgreich. Wir haben uns bei einer Cideria angemeldet und werden herzlich empfangen. Hinter dem schmucken Hof gibt es ein paar SP unter den Apfelbäumen zwischen Rosen, Gänsen, Schafen und Esel.



Die Degustation war ein voller Erfolg für beide Seiten, am Ende haben wir unseren Vorratskeller aufgefüllt: Calvados, Cidre brut, Vinaigre de Cidre, Confit de Cidre au Calvados …. und die Kassa hat geklingelt. Dass wir herrlich geschafen haben verseht sich von selbst.

Es geht wieder zurück mit der Fähre über die Seine, checken ein am CP Le Rivage in Yport und finden wieder einen tollen Platz, diesmal mit Blick auf’s Meer.

Der prächige Sonnenuntergang wird draussen mit einem Glas gutem Calvados bestaunt, morgen wird der beste Tag für Etretat, darauf freuen wir uns.
Mit dem Bus geht es bequem zum Touristenmagnet, die P für WoMos sind nämlich recht knapp bemessen. Weil für Wolfgang der Weg hinauf zur Chapelle Notr-Dame-de-la-Garde nicht zu bewältigen wäre, nehmen wir kurzerhand „Le petit Train d’Etretat“ der steht schon parat, gleich nach der Bushaltestelle und so rattern wir mit dem Bummelzug da hoch. Also, wir hatten einen Heidenspaß bei unserer Premiere mit dem Gefährt, nur den Hunden gefiel die Rumpelei nicht so sehr, haben es aber brav hingekriegt.
Von oben ist die Aussicht natürlich der Hammer, wir wandern noch ein wenig herum und sind baff erstaunt. So schön kann das kein Foto wiedergeben. Nicht umsonst haben sich hier viele Maler wie Claude Monet, Johan Barthold Jongkind oder Eugène Boudin ihre Inspiration geholt.

Die Klippen das grandiose Felsentor Port d’Aval auch trinkender Elefant genannt, und l’aiguille Creuse – die hohe Nadel, haben die Stadt Etretat weltberühmt gemacht. Sie ragen fast 90 Meter hoch aus dem Meer und sind sehr alte Zeugen der Evolution der Alabaster-Küste.






Der Kiesstrand der Alabasterküste lockt schon einige Sonnenhungrige an, die Sportlichen nehmen den Weg hinauf zur kleinen Kirche Notre-Dame de la Garde und den Jardins d’Etretat. Auch ein Museum und ein Denkmal an den 2. Weltkrieg gibt es, aber das Eindrücklichste sind wohl die Sicht auf die Kreidefelsen.

Über Etretat ist viel geschrieben worden, ich will hier nur die Bilder sprechen lassen. Wir freuen uns über das gelungene Timing. Wenig Touristen, viel Sonne = wir sind happy 😉
Die nächsten Highligts peilen wir erst an wenn die Pfingstfeiertage vorbei sind (und die kalte Regenfront) wir haben uns an einem CP am schönen Dünen- Sandstrand für 3 Tage eingenistet und machen zur Begeisterung von Flora und Stella herrliche Strandwanderungen.
Salutations de Normandie!
Maria & Wolfgang & Flora
Weiterlesen: #4 Normandie – „La Belle Époque“

1 Comment
Toni Gekle
24. Juni 2025 at 9:10„La belle vie“, das habt ihr da ja wirklich, diese Gegend habe ich bisher wohl unterschätzt. Der Bericht und die Bilder bringen mir Natur, Kultur und Kulinarik nahe, einfach schön. Wann geht’s denn wieder heim. V. G. Toni