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Europa / Frankreich

Der „Wilde Westen“ – Bretagne #1

Der westlichste Zipfel Frankreichs mit seinen wild zerklüfteten Felsküsten und den malerischen Sandstränden mit karibikfarbenem Wasser ist das Ziel unserer Frühlingsreise. Dazu die vielen kulturellen und kulinarischen Highlights in diesem uns noch unbekannten Teil Frankreichs, dafür wollen wir uns 10 Wochen Zeit nehmen.

18. – 23. April 2026

Mit der Zuversicht, dass Wolfgangs neues Kniegelenk tapfer durchhält starten wir am Samstag Mittag Ri. Dornbirn. Ab Innsbruck offeriert man uns schon 25° die nehmen wir erfreut mit bis zum Wanderparkplatz zur Rappenlochklamm – vom Vorjahr in bester Erinnerung. Knapp vor 18h kommen wir an, da geht sich locker noch eine Wanderung aus. Die Nacht verbringen wir hier ganz alleine, nur Wasserrauschen und Vogelgezwitscher.

Am nächsten Tag heißt es früh raus, wir wollen Strecke machen, der Sonntag ist der beste Tag dafür. Weil wir mautfrei die Schweiz und Frankreich queren möchten ist es einfacher, wenn uns kein Schwerverkehr ausbremst. Bis kurz vor Paris sollte es zu schaffen sein, die 560 km sind etwas sportlich angelegt, mal sehen….

Am südl. Ufer des Bodensees geht es auf Landstraßen durch die Schweiz bis Basel, dann queren wir die franz. Region Burgund, erfreuen uns am beinahe expolsionsartigen Erwachen der Natur mit ihren satten Farbtönen. Grün in allen Schattierungen, knalliges Gelb blendet uns förmlich von den riesigen blühenden Rapsfeldern, dazu tragen alle Obstbäume ein roas-weißes Kleid. So schön kann „Strecke machen“ sein und das herrliche Gefühl wieder unterwegs zu sein beflügelt uns beinahe. Abschnittsweise ist die Gegend aber auch etwas öd, verlassene Dörfer mit heruntergekommenen Häusern geben ein trostloses Bild ab, wir wollen hier ja nichts beschönigen. Flora freut sich nur an ihrer Frisbee bei der Rast, ansonsten verschläft sie all das, was uns so beeindruckt.

Irgendwann meinen wir genug gesehen zu haben von Wiesen, Wälder, Äcker…. von grün, gelb, weiß und braun. Wollten wir nicht mitten in den Weinbergen nächtigen ? Ja wo sind sie denn, die Weinstöcke, die Winzer…. ?

Und plötzlich, mit einem Schag ändert sich das Bild. Die ersten Hänge voll Weinreben die ihre ersten zartgrünen Trieben hervorbringen lassen uns erleichtert aufatmen.

Wir sind in der nördlichsten Region der Bourgogne, im Weinbaugebiet Chablis. Weinreben wohin man schaut und Dörfer mit hübschen Steinhäusern, sehr geschmackvoll gestaltet mit gepflegten Gärten und üppig blühenden Blumen. Ja, mit Wein lässt sich offenbar gutes Geld verdienen.

Vorbei am Ort Chablis kommen wir zum kleinen Dorf Beine. Dort bietet ein Winzer mit dem klingenden Namen Domaine Alain Geoffroy Stellplätze an. Die sind nett unterteilt mit Hecken, es gibt Strom am Platz, Dusche, Toilette und das alles kostenlos. Sonntagsruhe herrscht am Weingut, keiner da den man fragen könnte, also stelle wir uns einfach auf einen der vorgesehenen Plätze, wir sind wiedereinmal die einzigen.

Der lange Fahrtag geht also sehr gemütlich zu Ende, es gibt Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Da holen wir doch gleich unsere Sessel raus und genießen die Ruhe und den wohlverdienten Ankunftstrunk.

Am Montagmorgen herrscht ab 8h voller Betrieb. Die Arbeiter schwirren aus zu den Weinbergen, am Hof begrüßt uns die Winzerin und lädt zur Degustation ein. Die fällt natürlich sehr bescheiden aus, der Tageszeit und der Fahrtüchtigkeit geschuldet. Aber dass man hier besten Chablis keltert, haben wir schon festgestellt und natürlich eingekauft, das versteht sich von selbst dei dem gebotenen Service.

Bei dem Weingut befindet sich auch das „Musée de la Vigne & du Tire Bouchon“ ein Korkenziehermuseum! Der Vater der Winzerin hat sie zu Tausenden zusammengetragen und das Erbe wird liebevoll verwaltet und stilgerecht ausgestellt. Hier könnte man stundenlang verweilen, aber wir wollen weiter.

Noch ca. 450km fehlen uns zu unserem Reiseziel. Wir queren Frankreich über Orleans, Le Mans und kurz vor unserem Tagesziel Fougéres beginnt die Bretagne – und damit der „Slow Drive“ dieser Reise.

Fougéres stellt die Nerven von Driver und Navigatorin gleich einmal auf die Probe, Baustellen und „Deviation“ ohne Zahl. Navi 1 sagt links abbiegen, Navi 2 empfielt rechts und ich meine überzeugt gerade aus, was natürlich wieder falsch war! Wir müssen die halbe Stadt ausfahren um die Straße zu unserem Stellplatz einzufädeln. Dann der nächste Schreck – der SP ist rappelvoll! Eine Gruppe von 12!!! Wohnmobilen hat sich auf dem Stellplatz etabliert.

Wolfgang quetscht unser WoKi noch in die letzte Lücke, Gott sei Dank ist es ein Randplatz mit Blick auf die Burg, so sind wir einigermaßen zufrieden. Nach so vielen Kilometern und Aufregungen ist man bescheiden. Gut dass wir beim Winzer einen guten Schlummertrunk eingekauft haben.

Der nächste Tag gehört Fugéres mit der größten mittelalterlichn Burganlage Europas. Da trennen sich unsere Wege, Wolfgang besucht die Burganlage, Flora und ich streunen durch die Altstadt mit iheren hübschen Ensemlbles aus Stein- und Fachwerkshäusern.

Dann steigen wir 2 Sportlichen hoch zum Butte á Bigot, ein Aussichtspunkt der einen schönen Blick auf die Stadt von oben bietet.

Mittags wird stilgerecht in einer Creperia Galettes gegessen und Cidre getrunken, ja, so haben wir uns das vorgestellt und erträumt, wir sind angekommen in der Bretagne!

Morgen geht es in die Austernhauptstadt Cancale, also endlich ans Meer!

Dort beginnt die neue Geschichte, danke dass ihr uns so treu begleitet!

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