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Europa / Frankreich

Reif für die Blumen-Insel / Bretagne #4

Der Wettergott hat ein Einsehen, merci beaucoup! Île de Brehat entpuppt sich als ein Highlight für uns, natürlich auch für viele andere Touristen. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass zu dieser Zeit und gar während der Woche schon so viel Betrieb ist.

6. – 9. Mai 2026

Der Morgen ist noch grau und bedeckt, wir glauben trotzdem an die WetterApp, sie verspricht ab Mittag Sonnenschein. Flora und ich gehen vom CP zu Fuß hinunter zur Anlegestelle der Fähre. Dort treffen wir uns wieder, denn Wolfgang möchte sein Rad auf die autofreie Insel mitnehmen. Zuerst sind wir fast schockiert, die Touristen werden schon busweise herangekarrt und sie stehen in langen Schlangen vor dem Ticketschalter. Aber wir dürfen einen anderen Schalter nehmen, sind gleich an der Reihe: 2 Personen, 1 Hund, 1 Fahrrad, s’il vous plait. Aber ein Fahrrad geht nicht bei dieser Fähre, ist ihr Einwand – okeeey ?!? Dann sieht sie Wolfgangs Rad. Ach so, ein Kinderfahrrad darf schon mit – Erleichterung! Der Spaß kostet 11,90 p. Person, 3,- für den Hund und 10,- für’s Kinderradl 🙂

In den nächsten Minuten sind wir schon am Schiff und in den nächsten 10 Min. auf der Insel. Zunächst muss sich das Knäul an Touristen etwas entwirren und das tut es auch.

Nomen est Omen – die Insel macht ihrem Namen alle Ehre.

Den Weg zur alten Gezeitenmühle nehmen wir getrennt, Wolfgang mit dem Rad und wir zu Fuß.

Die Moulin de Birlot nutzte die Wasserkraft der Gezeiten zum Mahlen von Getreide.

Für uns 2 geht’s am Fußweg mit Kraxelei über den Felsen zum Croix de Mandez

Die Ausblicke auf die vielen kleinen Inselchen faszinieren uns, zumal sie mittlerweile von der Sonne zart beschienen sind.

Wir stärken uns am Place du Borg, sozusagen dem Dorfplatz der Insel, für die nächste Etappe.

Die Île de Brehat ist ja zweigeteilt, jetzt geht es auf die Nordinsel die Pont Vauban verbindet sie mit der Südinsel. An der äußersten Spitze steht der Phare du Paon, das ist Wolfgang’s Ziel. Wir beide stapfen ein wenig in der Gegend herum, verlassen die Trampelpfade die zum Leuchtturm führen und sind völlig verzaubert von der Einsamkeit und der wilden Schönheit der Küstenlandschaft mit den eigenwilligen Felsformationen aus Granit, der hier schon einen Hauch von rosa hat.

Vor lauter Begeisterung stehen wir plötzlich auch knapp vor dem Leuchtturm, so weit wollten wir ja gar nicht gehen. Jetzt aber rasch zurück, wir verspäten uns arg zum vereinbarten Treffpunkt. Wolfgang tröstet sich derweil mit Cidre, der hat eine starke Wirkung auf sein Geduldspotenzial. Werd‘ ich mir merken !!!

Am Dorfplatz geht es zu wie in einem Bienenhaus, alle sind hungrig und durstig, wir auch. Immerhin sind wir über 13km herumgelatscht.

Dann ab zur Fähre die jetzt nicht mehr dort auf uns wartet wo sie uns ausgespuckt hat, denn jetzt ist Ebbe. Gefühlt müssen wir kilometerweit bis zur neuen Anlegestelle gehen. Dann noch die vielen Stufen hoch zum CP, jetzt beneiden wir doch den Wolfgang um sein Kinderradl.

Tréguer liegt am Zusammenfluss von Jaudy und Guindy, dort finden wir auch unseren SP für die Nacht. Direkt am Flussufer, nur wenige Schritte in die Altstadt und kostenlos, wie so viele hier in Frankreich. Besten gepflegt und mit Müllkontainer ausgestattet.

Das religiöse Zentrum hat natürlich ein Kloster mit beachtenswertem Kreuzgang und die Cathédral Saint Tugdual aus dem 14. Jh. Der eigenwillig aussehende Kirchturm geht sogar bis ins 11.Jh. zurück.

Wir schlapfen ein wenig durch die hübschen Gässchen, trinken Kaffee, stöbern in den überraschend vielen Galerien und Antiquitätenläden herum, werden natürlich fündig und schwach. Und schon stellt sich die nächste Aufgabe. Wie und wo bringen wir das gute Stück heil nach Hause?

Das Wetter ist bretonisch. „Es gibt mehrmals am Tag auch schönes Wetter“ – sagt ein Sprichwort. Das heißt im Umkehrschluss, es kann auch mehrmals am Tag regnen – und das tut es auch, nur um uns gleich darauf mit Sonnenschein zu versöhnen.

Es zieht uns wieder an die Küste. Die Fahrt geht durch fruchtbare, intensiv landwirtschaftlich genützte Gegend. Gemüseanbau, Artischockenfelder, Getreide und Viehzucht, dazwischen kleine ländliche Dörfer mit hübschen Steinhäusern.

Dann biegst du um die Ecke und bist sprachlos.

Eine völlig anderen Welt. Eine Bucht wie aus dem Reiseprospekt, Leute sitzen in der Sonnne oder liegen am Strand, Schiffe tanzen im funkelnden Wasser herum, ein blitzblauer Himmel. War das Wetter nicht grad noch „very Brittany“ ?

Der CP Des Dunes hält was der Name verspricht. Nach einigen Verhandlungen mit der CP-Dame dürfen wir uns in die erste Reihe stellen. Der Platz ist eigentlich ein Zeltplatz, weil sie Bedenken hat, dass schwere WoMos die spärliche und sensible Vegetation auf dem sandigen Dünenboden beschädigen könnte. Das verstehen wir natürlich aber sie meint, solange es trocken ist und wir gaaanz vorsichtig hinfahren passt das schon. Nur bei Regen sollen wir rechtzeitig den Platz verlassen. Das versprechen wir gerne und dürfen sogar 3 Tage bleiben, danke Wetterküche!

Der Ort Port Blanc ist vom CP aus auf einem kleinen Küstenweg zu erreichen, die Chapelle Notre Dame aus dem 16.Jh wird natürlich auch besichtigt bevor wir uns an der Hafenmauer gemütlich ein Glas (oder war es eine Flasche?) Cidre vergönnen.

Essen serviert man erst ab 19h, daher schnellen Schrittes heim, unser Hunger hält sich nicht an die traditionellen Essenszeiten der Franzosen. Ravioli mit Mascarpone-Spinatfülle, dazu eine Zitronen-Senf-Butter, hätte nirgendwo besser schmecken können.

Den Ausblick auf den blendend weißen Sandstrand gibts gratis, den Sundowner auch!

Jetzt ist es soweit, ein Regentag steht an, wir verlassen unseren Logenplatz mit der selben Vorsicht wie wir ihn befahren haben, bedanken uns für’s Entgegenkommen und sie freut sich, dass wir unser Versprechen halten.

Unser Ziel ist der nächste Hot Spot der Bretagne Maison du Gouffre, das Haus zwischen den Felsen und dann weiter zur Côte de Granit Rose. Wir freuen uns drauf!

Weiterlesen: Alles Rosa – Granit, Wein und Macarons / Bretagne #5

2 Comments

  • Lisi & Martin
    17. Mai 2026 at 17:01

    Genießt weiterhin Eure tolle Reise – es scheint Euch ja echt gut zu gehen 🙂

    Wie lange seid Ihr noch unterwegs?
    Wir starten ja am 10.6. – stehen also in den letzten Vorbereitungen 🙂

    Macht´s gut
    Liebe Grüße
    Lisi & Martin

    Reply
  • Klaus Gappmaier
    17. Mai 2026 at 16:47

    Hätten wir vielleicht doch wieder in die Bretagne fahren sollen….an all diesen Plätzen waren wir vor zwei Jahren, und es war nur schön…
    Wir sind derzeit in Bricquebec, da ist morgen großer Markt.

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