Wir sind immer noch begeisterungsfähig. Was für eine sensationelle Landschaft! Beeindruckendere Strände haben wir noch kaum gesehen. Und ein weitgehend naturbelassener CP in einer weitläufigen Dünenlandschaft ist für die nächsten Tage unsere Base-Station.
30. April – 6. Mai 2026
Hier am CP du Pont de l’Etang gibt es keine Parzellen, man sucht sich seinen Platz einfach aus. Mitten im Kiefernwald oder mit Meerblick. Das alles um nicht einmal € 18,- inkl. Strom und Hund, der kostet gar nur 89 Cent! Vorsaison wohlgemerkt, ab 1. Mai kostet der SP etwas mehr, also € 20,- !

Der schönste Platz für meinen Frühstückskaffee !
Strandmärsche, Schwimmrunden, Seafood und Sundowner, alles was wir lieben und was uns sonst noch gut tut ist hier geboten. Der nächste Tag wird sportlich angelegt. Der Zöllnerpfad GR 34 säumt auch hier in der Bretagne beinahe die ganze Küstenlinie. Direkt vom CP kann man sich auf den GR 34 einklinken. Er fürhrt zum Cap Frehel und dann natürlich weiter zum Fort La Latte. 6,5 km sind es zum Cap, das könnte sich ausgehen, wir müssen ja auch wieder retour. Wolfgang sattelt seinen Drahtesel, so können wir beide, bzw. alle 3, unserer Leidenschaft bzw. unseren Möglichkeiten nachgehen. Für Wolfgang ist das Radfahren momentan noch schonender als lange Wanderungen.

Wir 2 sind gut gerüstet mit Wasser und Proviant, diesmal lassen wir uns unser Ziel nicht nehmen. Der GR34 führt auf wunderschönen Pfaden der Küste entlang, sensationelle Ausblicke auf traumhafte Sandbuchten – menschenleer, weil schlecht oder gar nicht erreichbar, jedenfalls nicht am Landweg.


Gelb blühender Stechginster, Heidekraut, Grasnelken und Farne säumen den Weg. Ganz anders als in Cancale sind hier keine nennenswerten Höhenmeter zu überwinden, einfach zum Gnießen.

Der Wind bläst kräftig, wir halten durch bis zum Phare.

Die wenigen Besucher des Leuchtturms verdrücken sich in eine windgeschütze Ecke. Da rudeln wir uns nicht dazu, schießen ein paar Fotos und machen eine Kehrtwendung. Nix wie heim, mit dem Wind im Rücken ist’s leichter.
Nach knapp 14 Tageskilometern sind wir beim WoKi. Wolfgang’s Radtour war nicht weniger erfolgreich, ein schönen Radweg führt ihn auch zum Cap Frehel und dann weiter zum Fort la Latte. Immerhin stehen 35km am Tacho.

Zum kurzgebratenen Schellfischrücken passt eine Flasche Cidre brut und der theatralische Sonnenuntergang setzt eins drauf. Unser Sundowner heißt hier Lambig (das bretonische Pendant zum normannischen Calvados) wir sind glücklich, zufrieden und auch etwas müde nach diesem extrem schönen Tag.
Natürlich bleiben wir noch, erst als der Wind noch mehr zulegt, beschließen wir einen Abstecher ins Landesinnere zu machen. Wir wollen eine der schönsten und am besten erhaltene Altstadt der Bretagne besuchen, Dinan.
Zuvor steht noch Fort La Latte auf unserer Liste. Es ist nur von außen zu besichtigen – weil im Privatbesitz – und im Eiltempo, weil der eiskalte Wind um die alten Mauern pfeift.

Die vielen Stufen zur schönen Aussicht vom Turm schenken wir uns auch, viel zu mühsam für unsere erholungsbedürftigen Haxn!


Dinan ist nur 55km entfernt, die Stadt liegt am Ufer der Rance. Dort, unter dem Viadukt, gibt es einen SP der von 19h bis 9h sogar gratis ist und fußläufig in die Altstadt führt.


Die alten Fachwerk- und Patrizierhäuser…

…die imposante Basilika de Saint Sauveur


der Uhrturm Tour de l’Horologe

…die vielen kleinen Läden, Boutiquen und Bars machen für uns die Stadt sehr sympathisch.

Was wird die Maria da wohl gefunden haben 🙂

Der SP ist am Abend überfüllt, der Randplatz mit Wiese macht ihn erträglich, jedenfalls für eine Nacht
Weil das Wetter sommerlich heiß ist, zieht es uns wieder ans Meer. Wohin? Na klar, auf unseren Lieblingsplatz mit den großen Sandstränden und den unparzellierten Stellplätzen.
Das verlängerte WE macht etwas mehr Betrieb, aber immer noch riesig viel Platz auf dem Gelände. Natürlich sind Plätze mit Meerblick sehr begehrt, aber wir ergattern einen tollen Platz mit Blick auf Sand & Sea. Den nötigen Futterfaßgang erledigt Wolfgang mit dem Rad. Es war nicht vorhersehbar, dass wir gleich 4 Tage bleiben. Und hier gibt es nichts, keinen Shop, keinen Bäcker (Vorsaison) und auch kein Internet, nur Natur pur. Das steigert den Erholungswert!

Flora vergnügt sich mit uns am Strand, sie ist immer noch die einzige, die Spaß am Schwimmen hat. „Weicheier“ wäre wohl ihr Kommentar, könnte sie sprechen. Aber sie kommuniziert ihr Unverständnis auf ihre Weise, sie kommt aus dem Wasser gestürmt und eh wir noch flüchten können, sind wir nassgespritz!

Unser Strandmarsch ist heute besonders aufschlussreich. Viele Menschen (1.Mai! ) sind mit Kübeln Messern und anderem Werkzeug unterwegs.

Sie sind am Muschel pflücken. Bei Ebbe gibt das Meer die Felsen frei, auf denen die Muscheln kleben. Da fragen wir gleich nach und man erklärt uns, dass man sie nur ab einer gewissen Größe ernten darf, eigentlich logisch.

Da wissen wir genau, was wir morgen bei Ebbe tun werden und was dann am Speiseplan steht – Pâtes aux Moules. Ein Gewitter hätte den Plan fast vereitelt, aber wir rüsten uns mit Regenjacke und Crocs, am Ende haben wir fast 1kg gepflückt.


Schon scheint wieder die Sonne und verzaubert uns mit den schönsten Farben der Bretagne.

Wie immer ist der Sonnenuntergang spektakulär und wie immer ist unser Sundowner Lambig.

In den nächsten Tagen sieht es nach Regen aus, wir ziehen weiter. Am Weg Richtung Côte de Granit Rose bleiben wir in Lanloup stehen, eine Granitkirche aus dem 15. Jhd interessiert uns, sie ist sehenswert mit keltischen Motiven.

Das kleine, einspurige Sträßchen des Circuit des Falaises führt hoch über dem Meer. Steile Kilppen mit wunderschönen Ausblicken bieten auch sagenhaft schöne SP (ohne Verbotstafeln) für uns sehr verlockend zu bleiben, aber es ist ein Regentag prognostiziert. Eher ungemütlich in dieser exponierten Lage.

Wir fahren weiter, kurz vor der Stadt Paimpol liegt Abbaye de Beauport, die fotogene Ruine einer Klosterkirche. Auch ein „Must See“ dieser Reise.



Auf der Landspitze Pointe de l“Arcouest liegt ein kleiner CP mit bester Aussicht auf die Île de Bréhat, die Blumeninsel.

Der Plan, morgen die Fähre zu nehmen, fällt wahrscheinlich ins Wasser, auch wenn man das nach dem schönen, warmen und sonnigen Tag noch nicht glauben mag.

Aber er klopft pünktlich um 2h früh an unsere gottlob neu eingedichteten Dachfenster und hört auch nicht mehr auf bis spätabends. Am späteren Nachmittag wird der Regen etwas leichter, wir fahren kurzerhand nach Paimpol. Die Stadt ist recht aufgeräumt mit ihren Gassen, Stein- und Fachwerkhäusern, ganz viele kleine nette Läden die nicht nur Souvenier-Ramsch feilbieten. Als (Regen)Pausenfüller allemal gerechtfertigt.
Die Wetter App meint, dass morgen ab Mittag die Sonne scheint – Île de Béhat hat doch noch eine Chance. Naja, eigentlich haben wir sie! Ich verrate es, war ein phantatisch schöner und sportlicher Tag auf der Blumeninsel.
In diesem Sinne, liebe Grüße Maria & Wolfgang & Flora
Weiterlesen Reif für die Blumen-Insel – Bretagne #4

3 Comments
Peter
16. Mai 2026 at 15:59Ich schau gerne auf dieser schön gemachte Reise-Seite vorbei.
Gruß Peter, den ihr heute zum 3. Mal nach Dinan unterwegs getroffen habt.
Maria
17. Mai 2026 at 6:12Nice to meet you ! Wir freuen uns auf’s nächste Mal 🙂
Lisi & Martin
13. Mai 2026 at 17:21Fein, dass Ihr es so genießen könnt – weiter so „