Die letzten Tage waren spannend, landschaftlich, kulturell, kulinarisch und wettertechnisch. Es war alles dabei, was man sich von der Bretagne erwartet. Wir haben es genossen, sogar das Wetter!
22. Mai – 1. Juni 2026
Für die Pfingstfeiertage habe ich vorsorglich einen CP reserviert, es wird sommerlich heiß, da möchten wir doch einen netten Platz an einem schönen Strand haben. Plage de Trez- Bellec erscheint diese Anforderungen zu erfüllen und der kleine familiäre CP liegt direkt am Meer. Catherin schreibt mir zurück, dass alle Plätze Meerblick haben und sie für 3 Nächte Platz für uns hat, perfekt! Wir finden den CP nicht gleich, das kleine Häuschen ist eingerüstet, kein einziger Camper hier, sehr rästelhaft. Ein Mann in Malermontur versichert mir, dass alles für Camper da ist, Duschen, Toiletten, Strom, Warmwasser für den Abwasch… okeeey? Das Gerüst kommt morgen weg und wir können uns aussuchen wo wir stehen möchten, aber da oben sind die schönsten Plätze, weil man den ganzen Strand überblicken kann.
Der beste Platz mit Aussicht ist daher rasch gefunden, aufstellen, Ankunftstrunk genießen und ab ins Wasser. Jetzt freuen wir uns auf ein paar ruhige Sommertage mit allem was wir schon ein wenig vermisst haben. Einfach in der Sonnne sitzen, ins Wasser gehen und genüßliche Sachen kochen. Wir haben vorgesorgt, denn Essen gehen kann man hier nicht, jedenfalls nicht fußläufig.

Auch sonst ist es hier beschaulich ruhig, ein paar französische Camper kommen noch auf die Wiese, lauter kleinere Van’s oder Zelte, hier ist alles ursprünglich. Keine Animation, kein Pool, kein Service, schwaches bis gar kein Internet….. so mögen wir das!


Wer morgens mit der Sonne aufsteht, kann auch abends mit der Sonne schlafen gehen!

Wolfgang schnappt sich sein Rad und fährt nach Telcrug-sur Mer hoch, dort gibt es eine Boulangerie. Die frischen Baguette und Croissant zum Frühstück sind natürlich ein Superservice, dazu die griech. Eierspeis, Wolfgang’s Spezialität – ja ich fühle mich verwöhnt !


Auch hier führt der GR 34 an der Küste entlang, ich wandere mit Flora ein Stück bis zur nächsten Bucht und freuen uns über die fantastische Aussicht.

Nach 3 Tagen Strandwandern und baden ist uns doch nach etwas Abwechslung, Presqu’Île de Crozon lädt zur Rundfahrt ein. Die Halbinsel ist ja nicht groß, wir beginnen in Telcrug-sur Mer, da ist gerade Wochenmarkt am schönen Kirchenplatz.

Passt gut ins Konzept! Käse, Fleisch und Erdbeeren sind ohnehin aus und in der Boulangerie verführen uns die sündhaft guten Tartelette. Die Kaffeepause wird wiedereinmal kalorienreich.



Selbst in kleinen Landbäckereien gibt es eine unglaubliche Auswahl: Tarte und Tartelette au citron, aux Pommes, aux fraises….in allen Variationen. Eclair, Far breton (ein Pflaumenkuchen) Macarons in allen erdenklichen Farben und natürlich Kouign-Amann, der gefühlt nur aus Butter besteht. So hast du jeden Tag die Qual der Wahl. Welche Tarte darf es heute sein?
Ausgestattet mit allen überlebenswichtigen Dingen starten wir mit dem Aussichtsberg Ménez Hom, stolze 330m hoch. Man fährt bis kurz vor dem nicht vorhandenen Gipfelkreuz 🙂 die 360° Rundumsicht hält was sie versprochen hat.


Kurz vor der Stadt Crozon biegen wir auf die kleine Landstraße ab zum Pointe des Espagnois. Hier hat man viel geschichtsträchtigen und heißumkämpften Boden unter den Füßen und die Stadt Brest vor den Augen. Grade mal ca. 5km trennen uns.

Die wunderschöne Küstenstraße bringt uns zum eigentlichen Highlight der Halbinsel: Pointe de Penhir.

Die vielen kleinen Inselchen liegen malerisch vor der 70m hohen Klippe, man nennt sie Tas de Pois, was übersetzt Erbsenhaufen heißt. Das klingt ein wenig despektierlich für die fotogenen pittoresken Inseln.

Hier gäbe es auch gigantische Schiffsanker, Geschütze und ein, in einem Bunker untergebrachtes Mémorial International de la Bataille de l’Atlantique, das an Krieg und dem dazugehörigen Leid des 2. Weltkrieges erinnert. Wir freuen uns über das friedliche Ambiente hier und hoffen, dass es so bleibt.
Genug gesehen, uns zieht es wieder zurück zu unserer Bucht. Was wir dort gemacht haben ist mit 3 Wörtern erklärt, strandwandern, faulenzen, baden … na ja, schlemmen hab ich noch vergessen, aber das tun wir eigentlich eh immer hier im Schlaraffenland für Käse, Fisch und Wein! Zudem haben wir endlich auch nette Nachbarn mit denen wir nicht nur Small Talk betreiben können (mehr gibt unser Französich und das Englisch der meisten Franzosen nicht her) Gabi uns Roland aus Linz stehen mit ihrem VW Bus auch hier und wir verbringen unterhaltsame Tage an dem herrlichen Plage de Trez- Bellec. Nach 6 Tagen wird es Zeit Leine zu ziehen, es fällt uns nicht leicht.
Am historischen Städtchen Locronan sollte man nicht vorbeifahren, es hat sein Stadtbild aus dem 17. u. 18. Jh hervorragend erhalten.


Die „Petite Cité de Charactrère“ lockt natürlich auch viele Touristen an, heute ist es überschaubar, so flanieren wir durch die Gassen, trinken hervorragendes lokales Bier und stöbern ein wenig in den Geschäften herum.

Die Stadt hat einen guten P für Wohnmobile bereitgestellt, überaus sympathisch, in wenigen Schritten ist man im Zentrum, ganz typisch für Frankreich.
Dounanarez ist unser nächstes Ziel, gerade mal 34 km entfernt. Der alte Flusshafen Port Rhu ist heute der größte Museumshafen Europas mit rund 40 historischen Schiffen und Booten.


Insgesamt wirkt alles ein etwas morbid und wenig gewartet, dennoch sind die Schiffe interessant anzusehen.

Wir waren die einzigen Besucher, das ist schon eine Ansage bzw. Aussage.

Von den traditionellen Konservenfabriken für Sardinen, denen die Stadt ihren Reichtum verdankte, ist nur mehr eine geblieben und die Heimat des typisch bretonischen Kouign Amann soll eigentlich auch hier sein. Weil wir von dem allem nichts mitbekommen, ziehen wir weiter.
Den rummeligen Pointe du Raz erreichen wir auf der kleinen Landstraße D7. Angeblich das spektakulärste Kap, hier versinkt das Land im Meer und bis zur Küste von Neufundland gibt es nur noch Wasser. Und Wind wahrscheinlich auch.

Uns beeindruckt das alles weniger, jedenfalls hat es uns am Pointe de Penhir viel besser gefallen.
Die Reise ist noch nicht zu Ende, es steht noch einiges auf meiner Bucket-List, z. B. die über 300 Stufen hoch auf den Phare d’Eckmühl. Aber wir nehmen es wie es kommt und – wir nehmen Euch gerne mit 🙂
Hier nochmals unsere herzliche Einladung zum

Die Wiese ist für uns reserviert, wir freuen uns sehr auf ein entspanntes WE mit vielen Reisefreunden, auf gemütliche Gespräche über dies und das… auf schöne Wanderungen, Radtouren oder einfach mal nix tun… jeder wie er möchte. Niemand muss sich anmelden, nur bei der Rezeption bekanntgeben, dass ihr zur WoKi-Family gehört. Am Platz ist für alles gesorgt: ausreichend Duschen, Toiletten und Strom. An der Rezeption kann man Frühstücksgebäck bestellen oder auch zum Frühstück kommen. Die nächste Versorgungsmöglichkeit (Einkauf od. Gasthaus) ist in Groß Gerungs. Alle Infos: https://www.beim-einfalt.at/camping



In der Umgebung gibt es viele lohnenswerte Ziele, z.B. das Mohndorf Armschlag, wo zu dieser Zeit gerade die farbenfrohe Mohnblühte ist.
Bis bald und liebe Grüße
Maria & Wolfgang & Flora

1 Comment
Micha
13. Juni 2026 at 9:58Ich bin ein wenig neidisch auf den Titel, Maria.
Die Idee hätte ich auch gerne gehabt.
Liebe Grüße
Micha